Dienstag, 25. September 2012

Das freie Internet ist in Gefahr!

Ein aktueller ZDNet-Artikel berichtet über ein Thema das schon bald zu einem großen Problem für uns Internet-User werden könnte. Die Freiheit des Internets und der darin verfügbaren Informationen steht auf dem Spiel. Vielleicht das einzig Noble und Gute, was moderne Computertechnik jemals hervorgebracht hat, nämlich die Möglichkeit Informationen jeder Art schnell aufzufinden und frei Nutzen bzw. zur Verfügung stellen zu können, könnte schon bald Geschichte sein.

Geht es nach der ETNO (European Telecommunications Network Operators Association), der Interessensvertretung der europäischen Telekomriesen (wie z.B. Deutsche Telekom und Orange), sollen in Zukunft Anbieter von Inhalten im Internet abhängig vom Internet-Traffic bezahlen. Das bedeutet, umso mehr Traffic ein Dienst verursacht, umso teurer kommt dem Anbieter seine Internet-Anbindung.
Im Dezember sollen bei der World Conference on International Telecommunications der Vereinten Nationen die bisher geltenden Telekommunikationsvorschriften aus dem Jahr 1988 überarbeitet werden. Abgesehen davon, dass davon auszugehen ist, dass sich Länder wie China, Russland und der Iran für diese Konferenz eine Zensur des Internets zum Ziel gesetzt haben, versucht nun auch ETNO seine Interessen über diesen Weg durchzuboxen.

Was auf den ersten Blick „nur“ wie ein Problem für Streaming-Giganten wie YouTube aussieht würde mit Sicherheit weitere Kreise ziehen, also heute noch absehbar ist. Eine dunkle Zukunftsvision könnte zum Beispiel folgendermaßen aussehen:
Große und mächtige Online-Unternehmen teilen sich das Internet untereinander auf. Kleine Blogger und offene Dienste (wie z.B. Wikipedia) müssten ihre Services, sobald diese an Popularität zunehmen, aus Kostengründen einstellen. Dem Internet würde eine Zukunft blühen, welche in manchen Ländern bei Printmedien, Rundfunk und Fernsehen schon heute Realität ist. Einige wenige große Konzerne entscheiden, welche Nachrichten für ihre Konsumenten relevant sind. Neben diesem Kommerz-Filter wäre auch eine Zensur, auf Grund von staatlichem Druck auf eben diese Konzerne, als logische Folge durchaus denkbar.


An diesem Punkt möchte ich die Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace zitieren die da lautet:

„Regierungen der Industriellen Welt, ihr müden Riesen aus Fleisch und Stahl, ich komme aus dem Cyberspace, dem neuen Zuhause des Geistes. Als Vertreter der Zukunft bitte ich euch aus der Vergangenheit, uns in Ruhe zu lassen. Ihr seid nicht willkommen unter uns. Ihr habt keine Souveränität, wo wir uns versammeln.“